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Kölner Gefahrstofftage
 
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Kölner Gefahrstofftag 2018
Zur 16. Auflage der Kooperationsveranstaltung „Kölner Gefahrstofftag“ hatten sich über 100 Teilnehmer angemeldet, so dass der Camphausen Saal in der IHK gut gefüllt war. Zur Begrüßung durch den Vorsitzenden der DGAH, Ulrich Bulle, musste gleich eine kleine Änderung des Programms angekündigt werden, das Thema „Mutterschutzgesetz“ wurde durch den Ausfall des Referenten durch den Vortrag „Vom Sicherheitsdatenblatt zur Betriebsanweisung“ ersetzt. An das Grußwort von Frau Julia Heidkamp für die IHK Köln schloss sich gleich der Vortrag „3D-Drucker, neue Technologien, neue Gefährdungen?“ von Dr. Renate Beisser vom Institut für Arbeitsschutz in St. Augustin an. Ihre Messungen von Emissionen verschiedener additiver Fertigungsverfahren zeigten, dass bei niedrigen Temperaturen betrieben, 3D Drucker kein Arbeitsschutzproblem darstellen, da gemessene TVOC‘ s und Partikel Konzentrationen durch normale Lüftungsmaßnahmen gut beherrschbar sind.
Im nächsten Beitrag berichtete Dr. Michael Au vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration über die „Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie“ und deren Schwerpunkte in der dritten Periode. Über 2000 Beschäftige sterben jährlich in Deutschland an Berufskrebs und zwischen 4 – 8,5 % aller Krebserkrankungen sind berufsbedingt. Betriebsüberprüfungen die durchgeführt wurden zeigten, dass viele regulatorische Vorgaben in der Realität der Betriebe noch nicht angekommen sind, z.B. das Thema Expositionsverzeichnis. Begleitprozesse wie Information der Öffentlichkeit und Durchführung von Fachveranstaltungen sollen die Themen voran bringen.
Nach der verdienten Kaffeepause startete Dr. Ulrich Laub von der Universität Gießen seinen hervorragend strukturierten Vortrag über „Schadstoffe bei Bränden“. Von den chemischen Reaktionen bei Bränden über die Bestandteile in Brandrauchen bis zu den Gefährdungen durch Brandrückstände wurde das Thema umfassend abgearbeitet.
Michael Piskorz von der BG ETEM folgte dann mit einem mehr praktischem Thema über Isocyanathaltige Vergußmassen in der Elektrotechnik, Anwendungen, Gefährdungen und Schutzmaßnahmen. Insbesondere die Problematik der sensibilisierenden Wirkung und das Thema „Atemwegsprobleme bei Hautkontakt“ brachten da für viele neue Einblicke. Für die Praxis wurde die DGUV Information 213-731 zum Nachlesen empfohlen. ( https://www.arbeitsschutzdigital.de/ce/empfehlungen-gefaehrdungsermittlung-der-unfallversicherungstraeger-egu-nach-der-gefahrstoffverordnung-vergiessen-elektronischer-bauteile-mit-vergussmassen-die-methylendiphenyldiisocyanat-mdi-enthalten/detail.html )
Dr. Franz H. Müsch, Arbeitsmediziner, Pneumologe und Elektriker, bekannt als langjähriger Ressort- und Regierungsvertreter des Bundesarbeitsministeriums (MedDir a. D.) in nationalen und supranationalen Berufskrankheiten-Gremien brachte das Thema „Berufskrebs – arbeitsbedingte Todesursache Nr. 1“ ins Bewusstsein. Vom ILO – Übereinkommen 139, das seit 1976 in Kraft ist, (http://www.ilo.org/wcmsp5/groups/public/... ) bis zu den Zahlen der Berufskrankheitentoten, die inzwischen fast die Zahl der Verkehrstoten erreichen, adressierte er das „Präventionsversagen Nr.1“ im Vergleich zur „Unfallverhütung“. Hierzu gibt es auch Veröffentlichungen von ihm im Internet. https://www.berufskrankheiten.de/wp-content/uploads/2016/10/diebg_20110205.pdf https://www.berufskrankheiten.de/
Dr. Thomas Martin, eingesprungen für den verhinderten Referenten, unterhielt uns mit dem Schlussthema „Vom Sicherheitsdatenblatt zur Betriebsanweisung“, ein Weg der vielen noch Probleme bereitet, angefangen von den Qualitätsmängeln der gelieferten Sicherheitsdatenblätter bis zum „sinnarmen“ Abschreiben der Inhalte und Übertragen auf Betriebsanweisungen, deren Maßnahmen dann oft nicht arbeitsplatzbezogen sind. Als ein Tool zur Hilfestellung stellte er auch GISCHEM der BGRCI vor, das auch ein interaktives Tool zur Betriebsanweisungserstellung anbietet: https://ssl.gischem.de/oeb/index.htm

Der ganze Nachmittag und die angeregten Diskussionen wurden von Prof. Dr. Harald Platen souverän moderiert und so lautet unser Fazit: Guter Besuch, gute Vorträge, interessante Diskussionen: wir freuen uns auf den 17. Gefahrstofftag im nächsten Jahr.